Text und Foto: Heinz Bier, Saarbrücker Zeitung vom 20.8.2026

Der Ortsrat Wiebelskirchen-Hangard-Münchwies tagte am Dienstag erstmals im neuen Dorfgemeinschaftsraum der Hangarder Ostertalhalle.
In der Ortsrandlage von Hangard , im Bereich Leimersbrunnen, soll auf einem Areal von 25 Hektar eine Freiflächen-Photovoltaikanlage entstehen. Hierüber wurde der Ortsrat Wiebelskirchen-Hangard-Münchwies am Dienstag in seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause informiert.
Als Betreiber steht ein kommunales Unternehmen der Energieversorgung in den Startlöchern, dem 53 deutsche Stadtwerke als Gesellschafter angehören. Die Stadt Neunkirchen begrüßt das Projekt, denn als bedeutender Industriestandort weise Neunkirchen einen vergleichsweise hohen Energiebedarf auf, heißt es in der Sitzungsvorlage des Amtes für Stadtplanung, -entwicklung und Liegenschaften. Deshalb stelle der weitere Ausbau der regenerativen Energieerzeugung einen wichtigen Baustein zur Erhöhung der Versorgungssicherheit dar.
Zwei Unternehmensvertreter stellten das Projekt mittels Präsentation in der Sitzung im Dorfgemeinschaftsraum der Ostertalhalle vor, nannten technische Details, erwähnten, dass bereits 30 Grundstückseigentümer ihre Zustimmung gegeben hätten. Sie informierten außerdem, dass eine konventionelle Anlage geplant sei, bei der in Teilbereichen aber auch eine sogenannte Agri-Photovoltaiktechnik möglich sei, bei der die Fläche beispielsweise durch Schafe beweidet werde.
Von der Einleitung eines Bauleitverfahrens bis zur Realisierung des Projektes könnten drei bis vier Jahre vergehen, nannten die Unternehmensvertreter die Zeitschiene. Beide erklärten auch die Motive für die Auswahl dieser Fläche, die aus ihrer Sicht „optimal geeignet“ sei. Die Firmenmitarbeiter gingen auch auf den finanziellen Nutzen der Stadt und der Bürger durch die Anlage ein und machten ebenso klar, dass alle Grundstücke für die Anlage gepachtet werden.
Es gab viele Fragen aus dem Ortsrat, aber auch einige kritische Anmerkungen von mehreren Hangarder Bürgern, denen der Ortsrat zu dem Thema Rederecht erteilt hatte. Insbesondere einige Mitglieder des in der Gegend beheimateten Hangarder Angelsportvereins können sich mit dem Vorhaben nicht anfreunden. Die geplante Anlage sei „kein wirklicher Gewinn“, befand einer von ihnen, ein anderer Zuhörer, der auch als Jagdpächter in diesem Bereich betroffen ist, war der Ansicht, dass man „den Ort genauer wählen“ sollte, denn es gebe mit Sicherheit Alternativen in diesem Bereich und ein weiterer Zuhörer schlug zunächst eine Ortsbegehung mit allen Beteiligten vor, bevor weitere Entscheidungen getroffen werden.
CDU-Ortsratsmitglied Helmut Evert verwies auf die Verpflichtung der Stadt, zwei Prozent ihrer Fläche für erneuerbare Energien bereitzuhalten und sein SPD-Kollege Patrick Müller machte klar, dass der Strom ja irgendwo herkommen müsse, der beispielsweise für die zahlreichen Elektrofahrzeuge benötigt werde. In einer Abänderung des Beschlussvorschlags hat der Ortsrat die Projektkonzeption zur Kenntnis genommen und als nächsten Verfahrensschritt eine Bürgerversammlung festgelegt.